Reiki:
Die heilende Berührung.
02/Februar/2023 13 min Lesezeit
Manchmal können wir es gar nicht richtig in Worte fassen. Etwas, das nicht zu greifen ist. Wie eine Schwingung, eine bestimmte Energie. Dennoch spüren wir sie alle. Der eine mehr, der andere weniger.
Wer kennt es nicht; man betritt einen Raum mit vielen Menschen und fühlt sich sofort wohl und willkommen, ohne dass überhaupt jemand etwas gesagt hat. Oder man fühlt sich mit ganz bestimmten Menschen irgendwie unwohl , beklommen, eher unbehaglich. Mit wieder anderen ist das ganz das Gegenteil. Nicht umsonst sagen wir dann ‘hier stimmt die Energie’, oder ‘wir schwingen auf derselben Frequenz’. Das sind nicht nur Wortwendungen, sondern finden ihren Ursprung in der feinstofflichsten Wahrnehmungsform. Nämlich der Schwingungsebene. Hier wird darüber entschieden ob wir an bestimmten Orten länger verweilen oder lieber gehen, ob wir mit Leuten Beziehungen eingehen und wie gesund unser Körper und Geist ist.
Hier setzt Reiki an:
Reiki ist Energiemedizin und basiert auf dem Prinzip der Schwingungsveränderung in unserem Körper, mit dem Ziel, die Energie wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Sie wird im Grunde in ihren Ursprung zurückversetzt und somit kann der Weg der Linderung und Heilung einsetzen. Durch Krankheit wird der Körper in einen disharmonischen Zustand versetzt. Die Schwingungen im Körper geraten durcheinander. Legt nun jemand, der in Reiki eingeweiht ist, seine Hände auf, beginnt Reiki zu fließen. Eine besondere Heilungsschwingung sorgt dafür, den disharmonischen Zustand in eine harmonische Schwingung zurückzuführen. Je nach den besonderen Umständen der Krankheit und der kranken Person geschieht dies unterschiedlich schnell bzw. mit unterschiedlichem Erfolg.
Was ist Reiki
Der Begriff Reiki setzt sich aus den japanischen Schriftzeichen ‚Rei‘ und ‚Ki‘ zusammen. Dabei steht Rei für den universellen, allumfassenden und unerschöpflichen Aspekt der Lebensenergie, und Ki meint die Lebenskraft, die in jeweils individueller Ausprägung durch jedes Lebewesen fließt.
Der Reiki-Praktizierende fungiert mittels Handauflegen als Kanal, um Lebensenergie zu übertragen. Beobachtete Wahrnehmungen sind entstehende Wärme, Kribbeln oder leichte Vibrationen. Auch wird häufig von einem Schwebegefühl oder inneren Farbensehen **berichtet. All diese möglichen Wahrnehmungen werden allgemein als sehr angenehm und tiefenentspannend empfunden.
Aspekte des Reiki
Reiki ist eine ganzheitliche Heilmethode und bezieht alle Ebenen des Seins mit ein: Körper, Geist und Seele. Somit wirkt Reiki auch auf all diesen Ebenen. Persönliches Wachstum sowie die spirituelle Entwicklung können durch Reiki gefördert werden. Das regelmäßige Auflegen der Hände aktiviert die Selbstheilungskräfte im Menschen und führt häufig zu einer Stärkung des Urvertrauens. Der Körper erlangt hier nämlich die Möglichkeit sich daran zu erinnern, wie er angelegt ist. So kann ein tiefes Gefühl der Verbundenheit mit der universellen Lebensenergie und dem gesamten Kosmos entstehen. Dabei ist Reiki konfessionslos und weltanschauungsneutral. Es wird berichtet, dass das Immunsystem gestärkt und Bewusstwerdungsprozesse angeregt werden. Dies kann in vielen Fällen den Weg zur Gesundung ebnen.
Reiki und Schulmedizin
Eine schöne und interessante Entwicklung ist die weltweit zunehmende Zusammenarbeit mit der Schulmedizin. Auch in Deutschland: seit 2012 haben Kliniken, begleitend zur medizinischen Behandlung, Reiki-Anwendungen in ihr Angebot integriert, so beispielsweise das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB), ein Lehrkrankenhaus der Charité, und das renommierte REHAB Basel. Gerade im Unfallkrankenhaus Berlin, einem Ort der modernsten Medizin, wird Reiki rund viertausend Mal jährlich angewandt und hilft Patienten nach Operationen im Heilungsprozess und in der Schmerztherapie. (Abgesehen davon erleichtert es auf seelischer Ebene in Akzeptanz mit der jeweiligen Situation umzugehen und verkürzt die Rekonvaleszenzzeit, also die Zeit der Heilung.)
Vor Allem beim Umgang mit chronischen Schmerzen kann durch diese Art von Behandlung ein positiver Einfluss auf den Schmerz genommen werden. Das Gehirn speichert die Erkenntnis, dass man selbst Mittel zur Verfügung hat, um den Schmerz zu beeinflussen und damit reduziert sich das Gefühl der Hilflosigkeit oder des Ausgeliefert-Seins.
Außerdem haben Arztpraxen, Senioren- , / Pflegeheime und Wellnesseinrichtungen Reiki in ihr Therapieprogramm mit aufgenommen.
In den Leitlinien empfiehlt die WHO Reiki als ergänzende Methode zur Schmerztherapie:
“ Wir sollten nicht-pharmakologische Methoden wie den psychologischen und rehabilitativen Ansatz (Physiotherapie), die Phytotherapie, die Akupunktur, die auf Glauben basierende Behandlung, Reiki und Shiatsu, die Musiktherapie, die Künste und den Klang als Techniken für die Behandlung aller Patienten mit Schmerzen empfehlen. Die Erfahrung zeigt, dass wir unter Einbeziehung weiterer Dimensionen (biologischer, psychologischer, sozialer und spiritueller) bei der Arbeit mit den Patienten einen großen Unterschied in der Dosierung von Opioiden feststellen können.“
Auszug aus: WHO-Richtlinien zur Normung von Schmerztherapie
Genf, Juni 2007, Bericht erstellt von: Prof. Neeta Kumar, Berater der WHO
Quelle: https://fh-bifo.de/reiki-die-universelle-lebensenergie/
Oliver Klatt und Norbert Lindner schreiben in ihrem Buch; „Reiki und Schulmedizin“ ein anregendes Plädoyer für die Kooperation von Reiki-Praktizierenden und Vertretern der Schulmedizin:
Es gibt zwei Arten Reiki auszuführen. Viele Praktizierende übertragen Lebensenergie, indem sie die Hände in einem bestimmten Abstand über die Körperteile halten.
Laut vielfacher Auffassung und Erfahrung, hat aber die Berührung, die der Patient durch das Handauflegen erfährt*,* eine **deutlich tiefgreifendere Wirkung und Qualität.
Die Kraft der Berührung
Noch bevor wir das Licht der Welt erblicken, also entsprechend sehen können, erfahren wir den Mutterleib durch Berührung. Die Umgebung und sich selbst wird tastend wahrgenommen, damit ist dieser der 5 Sinne bei der Geburt am stärksten ausgeprägt. Berührung ist damit unsere erste Sprache, gewissermaßen eine „Ur-Sprache“, welche unabhängig von den anderen Kommunikationskanälen funktioniert.
Dies gilt es für die gesunde geistige und körperliche Entwicklung beizubehalten. Es ist essentiell notwendig für das zelluläre und neuronale Wachstum, dass wir Berührung erfahren.
Heute weiß man, dass Kinder (aber auch Tiere), die während ihrer Entwicklungsphase kaum oder wenig Berührung erfahren, deutliche Entwicklungs- und Verhaltensstörungen zeigen. Die Haut ist sowohl unser größtes Organ als auch unsere unmittelbare Grenze und Verbindung zur Außenwelt. Sie ist dazu bestimmt, Berührung zu erfahren. Die Haut bietet Raum für Millionen von Berührungsrezeptoren, um Kälte, Wärme, Nässe, verschiedene Strukturen oder Druck zu signalisieren. Aber vor allem werden Emotionen mit den verschiedenen Reizen verknüpft.
Unser Körper reagiert auf achtsame Berührung mit der Ausschüttung von Neurotransmittern und Glückshormonen. Das “Kuschelhormon” Oxytocin wird aktiviert, Stress abgebaut und man erfährt tiefgreifende Entspannung, welche ebenfalls die Stimmung verbessert.
Oft, wenn wir gestresst und überlastet sind, vergessen wir manchmal, wie heilsam eine Berührung sein kann.
Fragen wir uns also: Was ist Berührung? Was bedeutet sie für uns?
Berührung ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Es ist eine Form der Kommunikation und des Ausdrucks von Zuneigung, Liebe und Unterstützung. Sie gibt uns ein Gefühl der Verbundenheit und des Vertrauens. Aber nicht nur das, Berührung kann auch eine therapeutische Wirkung haben.
Sie kann helfen Stress abzubauen, unseren Herzschlag und Blutdruck zu senken und unsere Atmung zu vertiefen. Es kann auch dazu beitragen, Schmerzen zu lindern und das Immunsystem zu stärken. Studien zeigten, dass Menschen, die regelmäßig massiert wurden, deutlich mehr weiße Blutkörperchen besaßen, welche für die körpereigene Abwehr zuständig sind.
In der Tat haben auch zahlreiche Studien verdeutlicht, dass Menschen, die regelmäßig berührt werden, eine bessere körperliche und geistige Gesundheit haben. Es kann helfen, Depressionen und Angstzustände zu reduzieren und das Selbstwertgefühl zu verbessern.
Wodurch kommt es aber zu diesen positiven Wirkungen?
Eine sanfte Berührung löst die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe wie eben Oxytocin aus, welches in uns ein Gefühl von Zuneigung und Bindung erzeugt. Die Berührung fördert Neurotransmitter, die mit Glück und Zufriedenheit in Zusammenhang stehen. Dabei ist auch die Geschwindigkeit der Berührung oder des Streichens über die Haut von Bedeutung. 1-10 cm pro Sekunde wird dabei am angenehmsten empfunden. Es gibt Nervenfasern, die gezielt auf langsame, gleitende Berührungen reagieren. Sie schicken ihre Signale über eine eigene Direktverbindung zum Gehirn, genauer gesagt in ein Hirnareal, das für die Verarbeitung positiver Gefühle zuständig ist.
Es ist faszinierend, wie Berührung unser körperliches und emotionales Wohlbefinden beeinflussen kann. Aber wie können wir das in unserem Leben anwenden?
Machen wir uns bewusst, wie wir uns selbst und andere Menschen berühren. Wie fühlt sich eine Berührung an und welche Wirkung hat sie auf uns.
Nur sollten wir darauf achten, dass unsere Berührungen heilsam und wohltuend sind und nicht schädigen.
Eine wichtige Voraussetzung dafür, ist die Achtsamkeit. Sich darüber bewusst zu sein wie wir berühren und wie darauf reagiert wird, denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Berührung anhand seiner Lerngeschichte und früher Erfahrungen. Berührung ist ein Instrument, mit welchem wir sehr respektvoll und sensibel umgehen sollten. Vertraut man dabei seiner Intuition und Empathie, kann man anderen dadurch viel Hilfe und Erleichterung schenken.
Doch trotz all dieser Vorteile, ist die Berührung in unserer heutigen Welt zunehmend vernachlässigt. Wir leben in einer digitalen Welt, in der viele unserer Interaktionen online stattfinden. Dies kann zu Einsamkeit und einem Mangel an menschlicher Nähe führen. Umso wichtiger ist es daher, sich bewusst Zeit für Berührung zu nehmen. Erlauben wir uns selbst und anderen Menschen, unsere Hand zu halten, uns zu umarmen oder uns zu massieren, um die Vorteile der Berührung zu erfahren.
Berührung als Teil einer therapeutischen Intervention kann einen großen Unterschied im Heilungsprozess bedeuten.
Somit hat nicht nur die ungeteilte Aufmerksamkeit des Therapeuten dem Patienten gegenüber, sondern auch die berührende Zuwendung eine außerordentliche Heilungskraft und ist durch nichts zu ersetzen.
Denn… Berührung geht unter die Haut.